musik als bewegung

nach m. feldenkrais gibt es im leben keine handlung ohne bewegung. musizieren ist eine handlung, bei der durch bewegung klang erzeugt wird, in kombination mit unseren anderen sinnen, in erster linie dem gehörsinn, aber auch dem sehsinn und unseren sinnen für muskelspannung und position im raum (tastsinn).
man denke an die komplexen fingerbewegungen eines klavierspielers, um seinen anschlag zu gestalten, legato oder staccato, gleichmässige oder swingende jazzlinien zu spielen. man denke an die unterschiedlichen handhaltungen eines gitarrenspielers. man denke an die intonation auf einem saiteninstrument, die bedeutung der fingerposition und des fingerdrucks. man denke an die intonation auf einem blasinstrument oder beim singen – die wichtigkeit, mühelos, ohne anstrengung zu atmen, und mund, lippen, zunge, etc. zu koordinieren. man denke an die unabhängigkeit der gliedmaßen beim schlagzeugspielen, um cross- oder polyrhythmen zu spielen.

musik zu machen hat sehr viel mit körperbewegung zu tun, und der fähigkeit, sich selbst, der musik und den bewegungen zuzuhören, um die (machmal sehr kleinen) bewegungen anzupassen, zu verändern, um einen besseren, musikalischeren klang zu erzeugen.

musik & vorstellung

wenn wir ein klares bild und verständnis unserer handlungen haben, ist es uns möglich, den qualitätsunterschied zwischen unserer intendierten, vorgestellten und der realen handlung festzustellen.
die möglichkeit den qualitätsunterschied festzustellen, ist der schlüssel zu verbesserung und besserem lernen.

in der feldenkrais methode wird auch mit der vorstellung von handlungen gearbeitet – ein weg, der leicht auf das musizieren übertragen werden kann. es ist von erfolgreichen musikern bekannt, dass sie in der vorstellung üben, ohne instrument, wie im falle von walter gieseking, der gesamte konzertpartituren, im kopf ohne instrument gelernt hat.

die bewusstheit, die man durch die feldenkrais methode entwickelt, unterstützt den prozess, sich musik vorzustellen, beim komponieren oder improvisieren, indem man lernt, unmittelbar das zu spielen, was man innerlich hört.